Carbonbeton

Carbonbeton ähnelt dem bekannten Stahl- und Spannbeton. Statt Bewehrungen aus korrosionsempfindlichem Stahl werden jedoch Bewehrungen aus nichtmetallischen Werkstoffen wie Carbon-, Glas- oder Basaltfasern eingesetzt. Diese Materialien können nicht korrodieren und haben extrem hohe Festigkeiten. Betonkonstruktionen aus Carbonbeton können deshalb wesentlich filigraner und materialsparender hergestellt werden und erreichen trotzdem eine höhere Tragfähigkeit und eine längere Lebensdauer bei geringeren Instandhaltungskosten.

Nichtmetallische Bewehrungen müssen nicht durch eine mehrere Zentimeter dicke Schicht aus alkalischem Beton vor Korrosion geschützt werden. Carbonbetonbauteile kommen deshalb mit weniger Beton aus, und es können klimafreundliche Zementalternativen wie Geopolymere verwendet werden.

Einsatzmöglichkeiten von Carbonbeton

Die Potenziale dieses noch relativ jungen Verbundwerkstoffs sind vielfältig. Kosten und Verfügbarkeit spielen in der Praxis eine wichtige Rolle, dennoch zeigt Carbonbeton seine Stärken überall dort, wo besonders schlanke Baukonstruktionen gewünscht sind, außergewöhnlich hohe Anforderungen an die Dauerhaftigkeit bestehen oder herkömmlicher Stahl- bzw. Spannbeton aufgrund der notwendigen Betondeckung an seine Grenzen stößt.

Entwicklung und Baupraxis

Die wissenschaftlichen Überlegungen zum Carbonbeton begannen um das Jahr 1996, jedoch verließ der Baustoff erst um 2010 den Labormaßstab. Hentschke unterstützte als Mitglied im C3-Verband die Forschungsaktivitäten des größten Bauforschungsprojekts Deutschlands in zahlreichen Einzelvorhaben. Unser Know-how floss in die DAfStb-Richtlinie „Nichtmetallische Bewehrung im Betonbau“ ein; im Zuge der aktuellen Überarbeitung liegt unser Fokus auf der Erweiterung für vorgespannten Carbonbeton.

Der Übergang des neuen Verbundbaustoffs in die reale Baupraxis bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. Auch hier war Hentschke maßgeblich an der Umsetzung wegweisender Projekte beteiligt – etwa beim ersten komplett stahlfreien Überbau einer Straßenbrücke, beim weltweit ersten Gebäude mit ausschließlich nichtmetallischen Bewehrungen oder bei der ersten modularen und demontierbaren vorgespannten Straßenbrücke aus Carbonbeton.

Bautechnologische Kompetenz

Durch diese Projekte hat sich Hentschke intensiv mit dem baupraktischen Umgang mit Carbonbeton auseinandergesetzt. Nichtmetallische Bewehrungen besitzen besondere Eigenschaften, weshalb wir unsere Bautechnologien gezielt darauf abgestimmt haben. Wir verfügen über Erfahrung mit allen gängigen Herstellverfahren im Carbonbeton – sowohl im Fertigteilwerk als auch im Ortbetonbau. Und wenn es an die Grenzen des technisch Machbaren geht, beherrschen wir auch die Herstellung von vorgespannten Carbonbetonbauteilen. Ein effizienterer Materialeinsatz ist derzeit im Bauwesen kaum denkbar.